Auch unter der „grün-roten“ Landesregierung Baden-Württembergs geht die Observierung des mittlerweile 82jährigen Tübinger Gärtnermeisters Gerhard Bialas munter weiter. Er war viele Jahre Stadt- und Kreisrat der DKP und später der Tübinger Linken.

    Karikatur von Sepp Buchegger im „Schwäbischen Tagblatt“, 04.08.2012

    „Bespitzelt bis zum Grab“ – das ist wortwörtlich zu verstehen. Denn am 19.02.2013 ließ das „Landesamt für Verfassungsschutz“ Gerhard Bialas wissen:
    „Am 13. Februar 2007 fand in Stuttgart die Trauerfeier und Urnenbeisetzung eines verstorbenen DKP-Aktivisten statt, an der Sie teilnahmen. Die Beisetzungsfeierlichkeit war in ihren Wortbeiträgen „revolutionär“ gestaltet, Fahnen der DKP und der ihr nahe stehenden Jugendorganisation „Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend“ (SDAJ) waren aufgestellt. Das Singen der „Internationalen“ schloss die Trauerfeier ab.“
    Es dürfte also auch bei seiner eigenen Beisetzung mit entsprechender „Erkenntnisgewinnung“ zu rechnen sein.

    Auch das wurde ihm mitgeteilt:
    „Sie nahmen am 1. Mai 2010 an der Mai-Kundgebung in Tübingen teil, bei der auch linksextremistische Organisationen, u.a. die DKP, Infostände aufgebaut hatten. Am organisatorischen Ablauf (Redebeiträge, Moderation) waren Linksextremisten beteiligt.“

    Das komplette Schreiben des „Verfassungsschutzes“ an Gerhard Bialas: (Scan, pdf) (Textdatei, txt)

    Das Schwäbische Tagblatt berichtete am 25.02.2013, wie die Moderatorin jener DGB-Kundgebung Gerlinde Strasdeit – ver.di-Ortsvorsitzende, Personalrätin des Universitätsklinikums und LINKE-Stadträtin – sich zu diesem Vorgang öffentlich geäußert hat.
    (Link zum Artikel auf tagblatt.de)

    Eine mögliche Reaktion ist Ironie. Der Journalist Jürgen Jonas beeilte sich, den Schlapphüten mitzuteilen, dass auch er Gerhard Bialas in Mössingen „am 2. Februar 2013, anlässlich der Demonstration zum Gedenken an den dortigen Generalstreik nach der hindenburgschen Reichskanzler-Ernennung Hitlers 1933) auf einer öffentlichen Toilette getroffen und einige freundliche Worte mit ihm gewechselt“ habe und DGB-Maikundgebungen betreffend „seit ich 14 Jahre alt ward, keine Kundgebung dieser Art versäumt“ habe.
    (Wortlaut des Briefes, txt)

    Von den „Verfassungsschützern“ wurde auch Folgendes für erfassens- und mitteilenswert gehalten:
    „In der Mitgliederzeitschrift „Antifa-Nachrichten“ der linksextremistisch beeinflussten „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) Baden-Württemberg, Ausgabe 1 vom April 2011, sind Sie namentlich aufgeführt.“
    Es handelte sich hier um die Erwähnung von Gerhards 80. Geburtstag in einer Aufstellung „runder“ Geburtstage älterer Mitglieder. Für welche Aktivitäten Gerhard Bialas in der genannten Zeitschrift (teilweise mit Bild) sonst noch „namentlich aufgeführt“ wurde, ist hier nachzulesen: Er gehörte schon 1985 zu den Vorkämpfern des 2010 eingeweihten Mahnmals auf dem Gelände des ehemaligen KZ Hailfingen-Tailfingen …